Entzündungshemmung durch die richtige Ernährung

Tipps zur Ergänzung der Therapie oder zum Ausgleich für Sport und Alltag

Die richtige Ernährung hat einen positiven Einfluss auf den Verlauf der Rehabilitation und die Regenerationsfähigkeit des Körpers. So ist es wichtig, Wirkstoffe in die Nahrung zu integrieren, die nachweislich eine entzündungshemmende und antibakterielle Wirkung haben.

 

1. Omega-9-Fettsäure, auch Ölsäure genannt

Vorkommen:   - in hochwertigem Olivenöl

                        - in Nüssen und Samen

- in Avocados

So haben z. B. 50ml (ca. 3 EL) Olivenöl die gleiche schmerzlindernde Wirkung wie 200mg Ibuprofen! Ein qualitativ gutes Olivenöl erkennt man an der Bezeichnung „Natives Olivenöl, extra vergine, kaltgepresst“.

Wichtig ist es jedoch, bei aller Entzündungshemmung, die Menge des aufgenommenen Olivenöls im Auge zu behalten, da 50ml ca. 400kcal liefern. Daher ist es sinnvoll, andere Fettträger zu meiden, die vor allem entzündungsfördernd sind, z. B. Omega-6-Fettsäuren, die zahlreich in Maiskeim, Soja, Distel-, Sonnenblumen- und Weizenkeimöl enthalten sind.

Oder gesättigte Fettsäuren, die wir in Wurst, Sahne, Süßigkeiten, Frittierfett, Knabberartikeln und vielen Milchprodukten finden.

 

2. Sekundäre Pflanzenstoffe und Antioxidantien

Aktuell sind rund 100000 unterschiedliche Pflanzenstoffe bekannt, 5000-10000 davon kommen in unserer Nahrung vor, z. B. in Nüssen und Samen, Kräutern und Gewürzen sowie in Obst und Gemüse.

Sekundäre Pflanzenstoffe und Antioxidantien sind wegen ihrer entzündungshemmenden und antibakteriellen Wirkung für eine optimale Gewebefunktion absolut notwendig.

 

·         Capsaicin

 - durchblutungssteigernde, gefäßerweiternde und schmerzlindernde Wirkung

 - Vorkommen in natürlicher Form in verschiedenen Paprikaarten (Paprika, Chilli, Peperonici) und in schwarzem, weißem, grünem und rosa Pfeffer sowie in Cayennepfeffer und Chillipfeffer vor

 Capsaicin bindet sich an die Schmerzrezeptoren und hat so einen positiven Effekt auf die Schmerzen und in der Folge auch auf den Verlauf der Entzündung.

 

·         Curcumin

Curcumin ist vor allem bekannt aus Currymischungen. Es ist in vielen intensiv gelb-orangen Gewürzen wie Kurkuma oder Safran enthalten.

Die Wirkung auf das Gewebe und den gesamten Körper ist antioxidativ, antikanzerogen (krebshemmend) und entzündungshemmend. Außerdem hat Curcumin Einfluss auf die Aktivierung der körpereigenen Kollagensynthese (Bildung von Bindegewebe). Curcumin ist öllöslich und sollte immer mit etwas frisch gepresstem Leinöl verbunden werden, bis zur vollständigen Auflösung im Öl. Die Wirkung von Curcumin kann durch die Kombination mit Capsaicin noch deutlich verstärkt werden.

Gerichte mit Kurkuma, Curry oder Safran sollte deshalb immer etwas Pfeffer hinzugefügt werden.

Verschiedene Studien konnten zeigen, dass Curcumin Entzündungen im Körper ebenso gut bekämpft, wie Medikamente, nur ohne negative Nebenwirkungen.

 

·         Methylsulfonylmethan (MSM)

MSM ist eine chemische Verbindung aus Kohlenstoff, Wasserstoff, Sauerstoff und Schwefel. Es ist einer der Schwefellieferanten des Körpers, der diese Substanz zum Aufbau von Proteinen (Eiweißen) benötigt.

MSM wirkt entzündungshemmend und schmerzreduzierend, unterstützt das Immunsystem und kann zur Linderung allergischer Symptome beitragen. Zu den Lebensmitteln, die viel MSM enthalten, gehören Eier, Spargel, Brokkoli, Tomaten, Blumenkohl, Lauch, Schalotten, Schnittlauch, Knoblauch, Zwiebeln, Avocado, Nüsse und bestimmte Teesorten.

 

·         Zink

Neuesten Forschungen zufolge scheint der positive Einfluss von Zink auf die Reparatur und Regeneration des Gewebes noch größer zu sein als bisher angenommen.

Zink zählt zu den Spurenelementen, die für einen funktionierenden Stoffwechsel unverzichtbar sind. Es stimuliert z. B. die Aktivität der T-Helferzellen und der Leukozyten (Immunsystem).

Zink findet sich u.a. in Eigelb, Kürbiskernen, Pilzen, Leinsamen, Nüssen, Kakao, Mohn, Austern, Rindfleisch, Sonnenblumenkernen, Meeresfrüchten und verschiedenen Grünteesorten. Zur Verbesserung der Zinkaufnahme wird die Kombination mit eiweißhaltigen und Vitamin-C-reichen Lebensmitteln empfohlen.

 

Buchtipp:  Richtig essen für die Faszien (Stephan Müller, München, Südwest Verlag, 2016)

 

Quelle: pt_Zeitschrift für Physiotherapeuten 68 (2016) 8 : 47-49